MARIO RISPO
Vita
Mario Rispo wurde in Hamburg geboren. Dort war er lange Jahre in der Hamburger Kulturszene aktiv, unter anderem als Mitbegründer des Schmidt Theaters, welches er maßgeblich über die Grenzen der Hansestadt hinaus bekannt machte. Seit er für sich die türkische Kultur entdeckt hatte, veranstaltete er eine Vielzahl von deutsch-türkischen Events in Hamburg, Köln und Berlin. Seine Liebe zur türkischen Musik brachte ihn dazu, am Türkischen Musik Konservatorium Berlin-Kreuzberg türkischen Gesang zu studieren. Er verlegte 2004 seinen Lebensmittelpunkt neben Berlin und Hamburg nach Istanbul, um dort eine Karriere als Sänger zu starten.
Die Türkische Gemeinde in Deutschland ehrte Mario Rispo beim Bundes-kongress in Berlin am 26. Juni 2010 für sein „Engagement als Musiker für das friedliche und gleichberechtigte Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft in unserem Land“.
Programme
Mario Rispo & Band:
Yoldayiz – Auf dem Weg…
Mario Rispo macht, was kaum ein Deutscher sich zutraut: Er singt türkische Lieder von der klassischen Salonmusik bis hin zur modernen Ballade – und das so fabelhaft, dass ihn auch und gerade das türkische Publikum begeistert feiert. Am 8. Mai 2011 präsentiert der geniale Grenzgänger zwischen den Kulturen sein neues Programm „Yoldayiz – Auf dem Weg…“ im Schmidt Theater.
„Yoldayiz – Auf dem Weg…“ ist eine einzigartige Musikshow rund ums deutsch-türkische Zusammenleben, um Integration und Religion, deren oberste Prämisse bei aller Brisanz der Thematik stets die gute Unterhaltung bleibt. Mit wunderschönen Liedern (begleitet von erstklassigen türkischen Musikern) und autobiografischen Geschichten – vom verrückten Abdul, der mit zwölf Jahren allein nach Deutschland kam, dem langen Sülo, der keinem Ärger aus dem Weg ging, oder von der Freundschaft der engagierten Christin Tante Helene und der Muslima Frau Gül – baut Rispo Brücken zwischen Orient und Okzident. Er nimmt seine Gäste mit auf eine Reise ins alte Istanbul, wo Juden, Christen und Muslime ganz selbstverständlich miteinander lebten. Dabei schafft er eine einzigartige Atmosphäre, in der Deutsche und Türken gemeinsam feiern.
Mario Rispo – Mitbegründer des Schmidt Theaters – wuchs in einem Hamburger Brennpunkt auf: dem Osdorfer Born. Dort kam der Deutsche mit italienischen Wurzeln früh mit türkischer Kultur und Musik in Berührung. Seine Karriere als Sänger begann auf einer Hochzeit mit einem Überraschungs-Kurzauftritt fürs Brautpaar – und wurde fortan zur Passion. Rispo studierte am Konservatorium für türkische Musik in Berlin türkischen Gesang und hat eine Vielzahl deutsch-türkischer Events in Hamburg, Köln und Berlin organisiert. Seit 2004 ist Istanbul neben Berlin und Hamburg seine neue Wahlheimat.Rispos erstes Bühnenprogramm „Mein Istanbul – Lieder der Sehnsucht“ hatte 2009 im Schmidt Theater Premiere und wurde von Presse und Publikum gefeiert. Die Show tourte unter der Schirmherrschaft von Cem Özdemir durch Deutschland. 2010 ehrte die Türkische Gemeinde in Deutschland Mario Rispo für sein „Engagement als Musiker für das friedliche
und gleichberechtigte Zusammenleben von Menschen unterschiedlicher Herkunft in unserem Land“.
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Mein Istanbul – Lieder der Sehnsucht
Hüzün – benim Istanbulum
Eine deutsch-türkische Musikshow als Liebeserklärung an
die faszinierende Stadt Istanbul.
DER HAMBURGER MARIO RISPO SINGT KLASSISCHE UND MODERNE TÜRKISCHE LIEDER.
MARIO RISPO, TÜRK MÜZIGENE YENI BIR RENK KATAN ALMAN SOLIST.
Begleitet von fünf türkischen Musikern ist Mario Rispo der erste deutsche Künstler, der verschiedene türkische Musikstile, von der Klassik bis zur modernen Ballade, singt. In dem zweistündigen Konzert mit Video- und Tanz-Performance schlägt er eine Brücke zwischen Orient und Okzident, deren Musik- und Poesierichtungen, zitiert berühmte türkische Künstler (Sezen Aksu, Müzeyen Sener) und spricht anhand der eigenen Biographie über seine Liebe zu Istanbul und die Gemeinsamkeiten der Kulturen.
Mario Rispo kombiniert eigene und moderne Stücke mit traditionsreichen alten türkischen Liedern und zeichnet so ein völlig neues und überraschendes Bild der Türkei, am Beispiel der faszinierenden Stadt Istanbul. Die Metropole Istanbul ist ganz bewusst ausgewählt, denn in ihr vereint sich Orient und Okzident, Tradition und Moderne, Luxus und Armut. Sie ist ein lebendiger Schmelztiegel der Kulturen.
Die musikalischen Darbietungen werden von einer Videoperformance illustriert.
Schon der deutsche Dichterfürst Goethe hat die Wichtigkeit des Themas, Brücken zwischen den Kulturen zu bauen, erfasst und sehr treffend auf den Punkt gebracht:
Wer sich selbst und andre kennt,
wird auch hier erkennen:
Orient und Okzident
sind nicht mehr zu trennen.
Sinnig zwischen beiden Welten
sich zu wiegen, lass ich gelten.
Also zwischen Ost und Westen
sich bewegen, sei´s zum Besten.
Helga Othenin-Girard (Journalistin) über Mario Rispo
Am Osdorfer Born in Hamburg kann man die Mär vom goldenen Löffel und der dazugehörenden Wiege getrost vergessen. So wird hier niemand geboren. Mit einem Ausländeranteil von mehr als 30%, die meisten davon Türken, liegt der Stadtteil weit über dem Durchschnitt der Hansestadt und gilt von jeher als problematisch.
Als eine von drei Hamburger Hochhaussiedlungen hatte der Osdorfer Born in den 70er Jahren nicht mehr zu bieten als ein Dach über dem Kopf. Der Umgangston ist bis heute rau geblieben, man rauft sich irgendwie zusammen. Auf dem Label der Kinderwagen, von Müttern in besten Teenageralter geschoben, steht nicht Viper Voyager oder Chicco Trio Black Mistral, dafür heißen die besten Freunde schon mal Savas und Baris - Krieg und Frieden. Doch damit endet bereits jede Analogie zum Tolstoiischen Epos.
Die Suche nach dem Sinn des Lebens trieb Mario Rispo in eine Welt, die fremder nicht hätte sein können. Der Sänger ist am Osdorfer Born aufgewachsen und folgte, anders als Fürst Bolkonski und Graf Besuchow, die sich auf der Suche nach Antworten auf die große Frage des Lebens in die Wirren des Kriegs stürzten, einem ganz anderen Weg. Verführt und verzaubert vom flirrenden Reigen einer fremdländischen Musik aus der Nachbarwohnung........
Mario, Savas und Baris waren damals beste Freunde und begrüßten einander mit: Naber moruk ? – wie geht´s Dir Alter ? Deren Mutter Halime nahm den jungen Deutschen an die Hand und spielte ihm in der Küche Musik aus ihrer Heimat vor. Lieder so schwer wie Brokatvorhänge, fremd und schön. Langsam lernte der Junge vom Osdorfer Born die Interpreten kennen: Muazez Abaci, Zeki Müren und Bülent Ersoy. Als Mario mit 20 Jahren zum ersten Mal nach Istanbul kam, hatte ihn die türkisch Musik schon fest in ihr Netz aus Sehnsucht, Schmerz und ewiger Liebe gewoben. Musik, so heißt es, wird in den Herzen der Menschen geboren und wen sie erwählt hat, verlässt sie nie mehr.
Mario Rispo ist seiner Leidenschaft für die türkische Musik treu geblieben und hat eine Profession daraus gemacht. Nach jahrelangen Studium der türkischen Kunstmusik Türk Sanat Musik in Istanbul und Hamburg, stellt er in diesem Jahr sein erstes Bühnenprogramm vor.
Es ist eine Reise zurück zu den eigenen Wurzeln und zu den Ursprüngen der Türk Sanat Musik, die sich aus den religiösen Gesängen des Tasawuf speist, bis hin zu moderneren, türkischen Balladen. Eine Reise zu den Anfängen einer Leidenschaft, die bis heute anhält und schließlich zu dem Ursprung aller Musik führt, dem Schmerz der Liebe, aber auch dem Glück und Freude allen Seins.
Wenn Mario Rispo heute gefragt wird, wie er als Deutscher klassische türkische Musik singen kann, weiß er nur eine Antwort: „Musik füllt die Seele der Menschen, auch ohne Pass und Visum.“
